
Diese Informationen basieren teilweise auf zusammengefassten Erfahrungsberichten von Nutzenden sowie auf logischen Schlussfolgerungen aus bekannten Eigenschaften ähnlicher Substanzen. Einige Details müssen möglicherweise angepasst werden, sobald neue Erkenntnisse verfügbar sind.
Was ist Cannabis?
Cannabis (auch Marihuana, Gras oder Weed genannt)) bezeichnet verschiedene Zubereitungen der blühenden Pflanzenarten Cannabis sativa, Cannabis indica, und Cannabis ruderalis. Die Pflanze enthält Hunderte von Verbindungen, sogenannte Cannabinoide, die für ihre Wirkungen auf Geist und Körper verantwortlich sind. THC ist der wichtigste psychoaktive Bestandteil von Cannabis.
Wie wird Cannabis konsumiert?
Cannabis kommt in verschiedenen Formen vor, von denen die häufigste die getrocknete Blütenknospe der weiblichen Cannabispflanze ist. In dieser Form kann Cannabis geraucht, verdampft oder zu essbaren Produkten verarbeitet werden. Jede Konsumform wirkt sich unterschiedlich auf den Körper aus – insbesondere hinsichtlich der Zeit bis zum Wirkungseintritt, der Intensität und der Dauer der Effekte.

Achtung: Es gibt keine allgemeingültige „richtige“ Dosis. Was für eine Person gut funktioniert, kann für eine andere überwältigend sein. Es kann helfen, die eigene Dosis und Wirkung zu dokumentieren, um Risiken zu minimieren.
Wie fühlt es sich an?

Risikohinweis: Substanzen können bei unterschiedlichen Menschen verschieden wirken. Die Wirkung ist unter anderem abhängig von Faktoren wie Körpermasse, Gewöhnung, Dosis und aktuellem Mageninhalt (bei oralem Konsum). Deine psychische und physische Verfassung sowie das Setting spielen eine wichtige Rolle.
Die Wirkung von Cannabis hängt stark von Sorte, Stärke, Konsummenge, Konsumform und individueller Empfindlichkeit ab. Auch Stimmung, Umgebung und Erwartungen beeinflussen das Erleben.
Obwohl wissenschaftliche Belege begrenzt sind, wird Cannabis oft in vier Kategorien eingeteilt:
Indica
- entspannend
- entspannend, beruhigend,
- körperbetont,
- stresslindernd,
- muskelentspannend,
- schläfrig
- zu entspannt, um sich zu bewegen
Sativa
- anregend
- energetisierend
- geistig stimulierend
- kreativ
- gesellig
- fokussiert
- kann Angst auslösen
Hybrid
- leicht beruhigend
- euphorisch
- ausgewogen
CBD
- entspannend
- schmerzlindernd
- nicht berauschend
THC Gehalt (Tetrahydrocannabinol):
THC ist die wichtigste psychoaktive Verbindung in Cannabis. Die Stärke seiner Wirkung nimmt mit steigender Konzentration zu:
- Niedrig: <10%
- Mittel: 10–20%
- Hoch: 20–25%
- Sehr hoch: 25–30%+
CBD Gehalt (Cannabidiol):
CBD ist ein nicht berauschendes Cannabinoid, das für seine potenziell beruhigenden und entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt ist. Es kann außerdem dazu beitragen, einige der negativen Wirkungen von THC auszugleichen oder abzuschwächen.
- Niedrig: <1–4%
- Mittel: 4–10%
- Hoch: 10–20%+

Achtung: Cannabis mit hohem THC-Gehalt ist mit erhöhten Risiken verbunden, darunter Angstzustände, Paranoia und cannabisinduzierte Psychosen – insbesondere bei anfälligen Personen oder bei Personen ohne Erfahrung mit Cannabis. Wenn du ein Produkt mit hohem THC-Gehalt verwendest, beginne mit einer geringeren Dosis als üblich und warte ab, um die Wirkung zu beurteilen, bevor du mehr konsumierst.
Mögliche positive Effekte:
- Euphorie
- Wohlbefinden
- Entspannung
- verstärkte Sinneswahrnehmung
- gesteigerter Appetit
- gesteigerte Kreativität
- Schmerzlinderung
Nebenwirkungen und Langzeitfolgen
Häufige Nebenwirkungen:
- trockener Mund
- rote, schmerzhafte oder trockene Augen
- Gedächtnisprobleme
- Koordinationsstörungen oder verlangsamte Reaktion
- Angst oder Panik (v. a. bei hohen Dosen)
- Übelkeit oder Schwindel
- Heißhunger
Bei Überdosierung:
- Herzrasen
- Paranoia oder Panik
- Verwirrung
- Schwindel
- Erbrechen
- kalter Schweiß
- Zittern
Nachwirkungen (Comedown):
Diese Symptome können beim „Runterkommen“ sowie nach dem Konsum auftreten:
- Angst
- Kopfschmerzen
- Erschöpfung
- Konzentrationsprobleme
Cannabis-Hyperemesis-Syndrom (CHS)
Langfristiger, täglicher Konsum – besonders von starkem THC – kann ein seltenes Syndrom (cannabis hyperemesis syndrome (CHS))verursachen. Dabei treten folgende Merkmale auf:
- wiederkehrender Übelkeit
- zyklischem Erbrechen
- Bauchbeschwerden oder Schmerzen im Bauchbereich
- häufigem heißem Duschen zur Linderung
Die Symptome verschlechtern sich meist bei weiterem Konsum. Ein Absetzen führt in der Regel zur Besserung.
CHS kann schwer zu diagnostizieren sein, da es häufig mit anderen Magen-Darm-Erkrankungen verwechselt wird und Betroffene ihre Symptome oft nicht mit dem Cannabiskonsum in Verbindung bringen.
Langzeitfolgen:
Viele Menschen konsumieren Cannabis ohne schwerwiegende Folgen. Dennoch ist es wichtig, sich der möglichen Risiken bewusst zu sein, insbesondere bei häufigem, hoch dosiertem oder langfristigem Gebrauch.
- Mentale Auswerikungen: Chronischer Konsum kann Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Motivation und Lernfähigkeit beeinträchtigen.
- Atemwegseffekte: Das Rauchen von Cannabis (insbesondere zusammen mit Tabak) kann die Lunge und Atemwege reizen und möglicherweise zu chronischem Husten, Bronchitis und anderen Erkrankungen führen.
Bei anhaltendem Unwohlsein, Überhitzung oder starker Angst , sollte medizinische Hilfe gesucht werden.
Mischkonsum

Achtung: Die gleichzeitige Verwendung mehrerer Substanzen kann den Körper und die Psyche zusätzlich belasten. Bestimmte Wirkungen können dadurch verstärkt, abgeschwächt oder zeitlich verzögert auftreten. Das Risiko einer Überdosierung oder von Nebenwirkungen wird dadurch unvorhersehbar.
- Cannabis + Alkohol: Alkohol erhöht die Aufnahme von THC. Dies kann zu Übelkeit, Schwindel und Erbrechen führen.
- Cannabis + Speed / Kokain / Crystal Meth (Tina) oder andere Stimulantien: kann zu verstärkter Angst, Gedankenschleifen und Herzrasen führen.
- Cannabis + LSD / Pilze / andere Psychedelika: Cannabis kann eine unvorhersehbar starke Synergie mit Psychedelika haben, was zu einer unerwartet intensiven Erfahrung führen kann.
Manche Menschen konsumieren Cannabis, um den „Comedown“ anderer Drogen abzumildern. Auch wenn das bei einigen funktionieren kann, erhöht das Hinzufügen weiterer Substanzen im berauschten Zustand das Risiko negativer Nebenwirkungen.
Abhängigkeit und Entzug
Cannabis hat zwar ein geringeres Suchtpotenzial im Vergleich zu Substanzen wie Alkohol, Nikotin und Opioiden, kann aber dennoch gewohnheitsbildend sein und zu einer Abhängigkeit führen,insbesondere bei regelmäßigem und langfristigem Konsum.
Cannabisabhängigkeit besteht, wenn eine Person ein starkes Bedürfnis verspürt, Cannabis zu konsumieren, um sich zu entspannen, zu schlafen, zu essen oder mit Stress, Langeweile oder sozialen Situationen umzugehen. Dies kann zu einem gewohnheitsmäßigen Konsum, starkem Verlangen (Craving) und Schwierigkeiten führen, den Konsum zu reduzieren oder ganz zu beenden.
Etwa 1 von 10 Konsumierenden entwickelt eine Cannabisgebrauchsstörung (CUD) Cannabis Use Disorder (CUD). Diese ist durch einen langfristigen, fortgesetzten Konsum von Cannabis trotz negativer Folgen gekennzeichnet und führt zu erheblichem Leidensdruck sowie Beeinträchtigungen im Alltag. Die meisten Behandlungen für eine Cannabisgebrauchsstörung (CUD) konzentrieren sich auf psychosoziale Interventionen wie Verhaltenstherapie und motivierende Gesprächsführung.
Eine Toleranzgegenüber den gewünschten Effekten entwickelt sich sehr schnell. Um die gleichen Ergebnisse zu erzielen, ist dann eine höhere Dosis erforderlich. Dadurch steigt auch das Risiko unangenehmer Nebenwirkungen.
Wenn du ein täglicher Konsument bist, kann ein abruptes Absetzen des Konsums zu mäßigen (nicht lebensbedrohlichen) Entzugssymptomen führen, darunter:
- Schlafprobleme
- starkes Schwitzen
- intensive Träume
- nächtliche Panikattacken im Schlaf
- weniger Appetit
- Angst
- Depression
- Depression, Reizbarkeit
Safer Use
Vor dem Konsum
- Sei vorsichtig und erwäge, Cannabis vollständig zu meiden, wenn du an einer psychischen Erkrankung leidest oder wenn frühere Erfahrungen oder eine familiäre Vorgeschichte auf ein Psychoserisiko hinweisen. Dies kann das Risiko für das Auftreten negativer psychischer Auswirkungen erheblich erhöhen.
- Wenn möglich, sollte Cannabis aus einer legalen Quelle bezogen oder selbst angebaut werden, anstatt Produkte vom Schwarzmarkt zu kaufen. Regulierte Produkte enthalten klare Angaben zu Wirkstoffgehalt, Sorte und Herkunft und sind mit geringerer Wahrscheinlichkeit verunreinigt.
- Triff die Entscheidung über die Menge, die du in einer bestimmten Situation konsumieren möchtest, im nüchternen Zustand. Setting your limits in advance can help reduce your risk of consuming more than you intended.
- Such dir eine Umgebung, in der du dich beim Konsum wohlfühlst. Dein mentales Befinden und deine Umgebung können deine Erfahrung stark beeinflussen.
- Überlege dir im Voraus, wie du mit möglichen psychischen Nebenwirkungen wie Angst oder Paranoia umgehen könntest. Gibt es eine nüchterne Person in deiner Nähe, der du vertraust und an die du dich im Notfall wenden kannst?
Während des Konsums
- Überlege, deinen eigenen Joint oder ein eigenes Mundstück zu benutzen, wenn du Cannabis mit anderen konsumierst. Das gemeinsame Benutzen erhöht das Risiko, Infektionen über den Speichel zu übertragen, darunter COVID-19, Erkältungen und Grippe sowie Lippenherpes.
- Mische Cannabis möglichst nicht mit Tabak. Tabakrauch wird durch Papierfilter nicht wirksam gefiltert, wodurch Konsumierende Nikotin, Teer und andere schädliche krebserregende Stoffe aufnehmen.
- Die Verwendung eines Aktivkohlefilters kann die Belastung durch einige schädliche Stoffe beim Rauchen verringern.. Aktivkohlefilter reduzieren weder die Potenz noch die Wirkung von Cannabis.
- Achte darauf, ausreichend zu trinken und frische Luft zu bekommen, besonders wenn du in Innenräumen konsumierst.
- Fahre kein Fahrzeug und fahre kein Fahrrad, solange du unter dem Einfluss von Cannabis stehst. Die Teilnahme am Straßenverkehr setzt einen THC-Blutwert von unter 3,5 ng/ml voraus.

*Bei gelegentlichen Cannabiskonsumierenden steigt die THC-Konzentration im Blut innerhalb von etwa 10 Minuten nach dem Konsum an, erreicht ihren Höchstwert und sinkt anschließend innerhalb von etwa 4–6 Stunden wieder ab. Bei regelmäßigen oder häufigen Konsumierenden ist die THC-Konzentration im Blut hingegen kein zuverlässiger Indikator zur Bestimmung der Beeinträchtigung.. Das liegt daran, dass sich THC mit der Zeit im Körperfett anreichert, wodurch auch lange nach dem Konsum – und nachdem keine akute Wirkung mehr besteht – noch messbare THC-Konzentrationen im Blut vorhanden sein können. Dennoch gelten die Verkehrsregeln für alle Verkehrsteilnehmenden.
Nach dem Konsum
- Achte auf deine psychische Gesundheitund beobachte, ob Cannabis bei dir übermäßig starke negative Neben- oder Nachwirkungen verursacht.
- IWenn du regelmäßig konsumierst, kann es helfen, ein Cannabis-Tagebuch zu führen, um Überblick über Menge, Sorte, Wirkungen, Konsummuster usw. zu behalten.
- Wenn du merkst, dass du keine oder nur noch eine geringere Wirkung beim Cannabiskonsum verspürst, kann eine Konsumpause (Toleranzpause) sinnvoll sein. Bei häufigem Konsum entwickelt sich schnell eine Toleranz.
Safer Sex
- Cannabis kann enthemmend wirken und dazu führen, dass du weniger auf Safer Sex achtest. Dadurch steigt das Risiko einer HIV- oder STI-Infektion.
- Sex unter Cannabiseinfluss funktioniert nur mit Einvernehmlichkeit und Vertrauen. Einige Konsumierende berichten, dass Cannabis ihre Libido positiv beeinflusst, während andere das Gegenteil erleben. Vorab sollte geklärt werden, welche sexuellen Handlungen sich alle Beteiligten wünschen und wo ihre persönlichen Grenzen liegen.
- Konsumiere nur so viel, dass du noch klar ausdrücken kannst, was du willst und was nicht, und dass du auch mögliche negative Signale deines Partners oder deiner Partnerin erkennst.
- Bevor es losgeht, stelle sicher, dass du ausreichend Safer-Sex-Material(z. B. Handschuhe, Kondome, Gleitgel) griffbereit hast.
- Lass dich regelmäßig testen. Wenn du mehrere oder wechselnde Sexualpartner hast, solltest du dich mindestens einmal im Jahr auf sexuell übertragbare Infektionen testen lassen und deinen Impfstatus für Hepatitis A und B überprüfen.
Rechtslage in Deutschland
Seit dem 1. April 2024 ist der Konsum von getrockneten Cannabisblüten zu Freizeitzwecken für Erwachsene ab 18 Jahren legal.. Das Gesetz (CanG) enthält detaillierte Regelungen zu Besitzmengen, öffentlichem Konsum, privatem Anbau und Weitergabe.
- Cannabis kann über den eigenen privaten Anbau, über die Mitgliedschaft in einem gemeinnützigen Cannabis-Social-Club oder über ein ärztliches Rezept bezogen werden.
- Erwachsene dürfen bis zu 25 g getrocknete Cannabisblüten bei sich führen und bis zu 50 g in ihrer privaten Wohnung besitzen.
- Der öffentliche Konsum unterliegt strengen Regelungen. Dazu gehört: kein Konsum in unmittelbarer Nähe von Personen unter 18 Jahren; kein Konsum in Anbauvereinigungen sowie im Sichtbereich von Cannabis-Social-Clubs; kein Konsum in Fußgängerzonen zwischen 07:00 und 20:00 Uhr; sowie kein Konsum in oder im Sichtbereich von Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen, Spielplätzen oder öffentlich zugänglichen Sportanlagen. (Als außerhalb des Sichtbereichs gilt ein Abstand von mehr als 100 Metern vom Eingangsbereich der jeweiligen Einrichtungen.)
- Der private Anbau ist erlaubt, jedoch auf drei Pflanzen pro erwachsener Person begrenzt.Die Pflanzen dürfen von öffentlichen Bereichen aus nicht sichtbar sein.
- Selling cannabis outside regulated channels is still illegal.
Seit 2017 ist Cannabis in Deutschland für medizinische Zwecke bei bestimmten Erkrankungen legal erhältlich. Im April 2024 wurde die Liste der zugelassenen Indikationen erweitert, wodurch der Zugang zu medizinischem Cannabis erleichtert und bürokratische Hürden für Patientinnen und Patienten reduziert wurden.Das bedeutet, dass nun mehr Menschen mit anerkannten Erkrankungen Cannabis legal über Apotheken unter ärztlicher Aufsicht erhalten können.
Synthetische und halbsynthetische Cannabinoide
Synthetische Cannabinoide (SCs) sind im Labor hergestellte chemische Substanzen, die an Cannabinoid-Rezeptoren wirken und Effekte hervorrufen, die THC ähneln. Halbsynthetische Cannabinoide (SSCs) werden durch chemische Veränderung pflanzenbasierter Cannabinoide hergestellt. , oft aus Cannabis mit niedrigem THC-Gehalt oder aus Hanf, um die psychoaktiven Wirkungen zu verstärken.
SCs und SSCs kommen in vielen Formen vor, darunter getrocknetes Pflanzenmaterial, das mit Chemikalien besprüht wurde, Vape-Flüssigkeiten und essbare Produkte. Obwohl sie manchmal als „Legal Highs“ oder „sichere Alternativen“ vermarktet werden, sind diese Substanzen deutlich stärker und unberechenbarer als natürliches Cannabis, und es gibt nur begrenzte Forschung zu ihren Wirkungen. Einige Produkte werden offen als SCs oder SSCs verkauft, sie können jedoch auch unbeabsichtigt konsumiert werden, wenn sie falsch etikettiert sind oder es sich um gefälschte Schwarzmarktprodukte handelt. Während die positiven Effekte denen von natürlichem Cannabis ähneln können, wie Euphorie, veränderte Wahrnehmung und Entspannung, können die möglichen negativen Wirkungen deutlich über die von natürlichem Cannabis hinausgehen.
Im Allgemeinen umfassen die berichteten Risiken:
- starke Angstzustände
- Paranoia
- Dissoziation oder Derealisation (Gefühl, von sich selbst oder der Umgebung entfremdet zu sein)
- Halluzinationen
- Herzrasen
- hoher Blutdruck
- Übelkeit und Erbrechen
- Unruhe oder Aggressivität
- Psychosen
- Krampfanfälle oder Zuckungen/Krämpfe
- Bewusstlosigkeit
Ein wesentlicher Unterschied liegt darin, wie diese Substanzen mit dem Körper interagieren. Natürliches THC ist ein partieller Agonist, das heißt, seine Wirkung erreicht eher ein Plateau. Viele synthetische und halbsynthetische Cannabinoide sind hingegen vollständige Agonisten, wodurch sich die Effekte ohne klaren „Deckel“ weiter verstärken können. Daher treten Überdosierung, Entzugssymptome und Abhängigkeit bei SCs und SSCs offenbar häufiger auf als bei natürlichem Cannabis. Da diese Substanzen außerhalb regulierter Märkte hergestellt werden und ihre chemischen Strukturen häufig verändert werden, um gesetzlichen Kontrollen zu entgehen, wissen Konsumierende nur selten zuverlässig, welche Inhaltsstoffe oder welche Stärke tatsächlich enthalten sind.
Dutzende chemische Substanzen fallen unter die Kategorie der SCs und SSCs, aber einige der häufiger vorkommenden sind:
Synthetische Cannabinoide (SC):
- ADB-BUTINACA
- MDMB-4en-PINACA
- JWH-018
- JWH-250
- HU-210
- CP 47,497
Halbsynthetische Cannabinoide (SSC):
- HHC
- HHC-P
- HHZ
- 10-OH-HHC
- THCP
- THP420
- T9HC
- T8HC
- H3
- H3BTA
- H2
- DNT-9
- PHC
- H4CBD
- CBG9
- Delta-8-THC
- Delta-10-THC
Konzentrate
Cannabiskonzentrate sind hochpotente Extrakte, die aus der Cannabispflanze gewonnen werden. Konzentrate gibt es in verschiedenen Formen, darunter Haschisch, Shatter, Wax, Moonrocks und Tinkturen, die in der Regel höhere THC-Gehalte (~30–90 %) aufweisen als getrocknete Blüten.
Aufgrund ihrer hohen Wirkstärke sollten Konzentrate nur in sehr kleinen Mengen konsumiert werden, um das Risiko möglicher negativer Nebenwirkungen zu verringern..
Wechselwirkungen mit HIV-Behandlung
- Wechselwirkungen mit antiretroviralen Therapien sind möglich. Die gleichzeitige Anwendung von Cannabis und Atazanavir kann die niedrigste Konzentration im Blut kurz vor der nächsten Dosis Atazanavir senken, während die Anwendung mit Ritonavir die THC-Spiegel erhöhen kann; weitere Untersuchungen sind jedoch erforderlich.
- Sprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin über mögliche Wechselwirkungen zwischen deinen HIV-Medikamenten und anderen Substanzen!
- Die Nacht kann lang werden – nimm ausreichend Medikamente mit und halte dich an deinen Einnahmeplan.
Informationen zu Wechselwirkungen zwischen anderen Substanzen und HIV-Medikamenten
Beratung
Möchtest du dich über deinen Konsum austauschen? Hast du Fragen oder suchst du Unterstützung zum Thema Substanzgebrauch? Willst du deine Erlebnisse unter Substanzen mit jemandem teilen und/oder reflektieren? Hast du das Gefühl, dass du zu viel konsumierst? Sorgst du dich um Freunde oder Bekannte und wünschst dir Beratung oder Tipps, wie du als Freund*in damit umgehen kannst? Beratungsstellen in deiner Nähe helfen dir gerne weiter!
Beratungshotline des Berliner Drogennotdienst: 030 19237 (rund um die Uhr)
Quellen:
- A Comprehensive Review and Update on Cannabis Hyperemesis Syndrome – PMC
- Frequently asked questions on the Cannabis Act | BMG
- Are vaporizers a lower-risk alternative to smoking cannabis? – PMC
- Toward a Harm Reduction Approach to Cannabis Use Disorder | American Journal of Psychiatry
- CEC06-01 Synthetic cannabinoids and semi-synthetic cannabinoids: understanding the acute toxicity (harms) related to these substances – ScienceDirect
- Synthetic cannabinoids and ‚Spice‘ drug profile | www.euda.europa.eu
- EU Drug Market: New psychoactive substances — Distribution and supply in Europe: Semi-synthetic cannabinoids | www.euda.europa.eu
- News: November 2024 – UNODC EWA: New evolution of “semi-synthetic” cannabinoids
- SMART_Forensic_update_Vol.1.pdf
- EU Drug Market: Cannabis — Production | www.euda.europa.eu
- SMART_Forensic_update_Vol.1.pdf
- Adverse clinical effects associated with the use of synthetic cannabinoids: A systematic review – ScienceDirect
- https://jamanetwork.com/journals/jamapsychiatry/fullarticle/2788264
- “Residual blood THC levels in frequent cannabis users after over four hours of abstinence: A systematic review.” – ScienceDirect
